Ambulant vor Ort: Region sucht Antworten nach der Krankenhausschließung
Die Schließung des Krankenhauses Maria Stern beschäftigt die Stadt Remagen weiterhin intensiv. Entsprechend groß war das Interesse an der Bürgerversammlung am Freitagabend, zu der Bürgermeister Ingendahl eingeladen hatte. Viele Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, ihre Fragen und Sorgen zur künftigen medizinischen Versorgung vorzubringen.

Versammlung in der Rheinhalle Remagen
Als besonderer Gast stellte sich der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Herr Clemens Hoch der Diskussion. In ruhiger und klarer Art beantwortete er zahlreiche Fragen aus dem Publikum und machte deutlich, dass die Schließung nicht das Ende, sondern einen Wandel der Versorgung markiere. Die Zukunft liege in einer gut ausgebauten ambulanten Struktur.
Ebenfalls am Podium vertreten waren Thomas Werner, Geschäftsführer der MVZ Remagen GmbH, sowie Sven Funke, ärztlicher Leiter des MVZ Remagen. Beide erläuterten, dass es weiterhin im Interesse des Trägers sei, die ambulante fachärztliche Versorgung in Remagen aufrechtzuerhalten. Das MVZ bleibt bestehen. Das Medizinische Versorgungszentrum bietet dabei konkret die Fachrichtungen Urologie, Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie sowie Gastroenterologie an.
Die hier tätigen Ärztinnen und Ärzte sind ganz überwiegend auch im Krankenhaus Linz beschäftigt und stellen so eine wichtige Schnittstelle zwischen ambulanter und stationärer Versorgung dar. Für die Patientinnen und Patienten ergeben sich daraus spürbare Vorteile:
Untersuchungen müssen nicht doppelt durchgeführt werden, da Befunde und Vorinformationen direkt vorliegen und weitergegeben werden können. Behandlungswege werden kürzer, Abstimmungen erfolgen schneller und Wartezeiten auf Termine können reduziert werden. Auch Übergänge – etwa von der stationären Behandlung in die ambulante Weiterbetreuung – verlaufen reibungsloser, weil sich die beteiligten Kolleginnen und Kollegen persönlich kennen und regelmäßig austauschen. Dies erhöht nicht nur die Effizienz, sondern vor allem die Behandlungsqualität und Sicherheit für die Patienten.
Herr Hoch ergänzte, dass auch in anderen Regionen nach Krankenhausschließungen die ambulante Versorgung gezielt ausgebaut werde. Zugleich machte er deutlich, dass dies nicht allein Aufgabe von Land, Trägern und Kommunen sei, sondern auch die Kassenärztliche Vereinigung (KV) hierbei eine zentrale Rolle spiele. Umso bedauerlicher sei es, dass Vertreter der KV der Einladung zur Veranstaltung nicht gefolgt waren. Die regionale medizinische Versorgung, so Hoch, könne nur im Zusammenspiel mehrerer Akteure gelingen – ambulant wie stationär.
Am Ende der Veranstaltung blieb der Eindruck eines offenen und konstruktiven Austauschs. Die Herausforderungen sind groß, doch der Wille, gemeinsam im engen Austausch tragfähige Lösungen für die Zukunft der medizinischen Versorgung zu entwickeln, war an diesem Abend deutlich spürbar.
