23.09.2025 - 18:36

2. Pflegetag des Verbundkrankenhauses Linz-Remagen thematisierte Gewalt IN und AN der Pflege   Linz am Rhein. Der diesjährige Pflegetag im Verbundkrankenhaus Linz-Remagen fand im Rahmen der "ImPuls der Zeit"-Veranstaltungsreihe unter dem Schwerpunkt „Gewalt IN und AN der Pflege“ statt. Auch Verbandsgemeindebürgermeister Frank Becker und Stadtbürgermeister Helmut Muthers wollten sich über dieses wichtige und oft ignorierte Thema informieren und nahmen, nachdem sie die Anwesenden begrüßt hatten, aktiv an der Veranstaltung teil.

Müssen Pflegende Gewalt aushalten, schönreden, verschweigen oder sich deswegen schuldig fühlen? Im Vorfeld des Pflegetags 2025 waren 166 Mitarbeiter des Verbundkrankenhauses Linz-Remagen anonym befragt worden, mit teils wachrüttelnden Ergebnissen, die die Brisanz des Themas jedem Anwesenden deutlich machten. Die stellvertretende Pflegedirektorin Manuela Ruhlandt hatte mit ihrem Team „DEMENZsensibel“ drei aufschlussreiche Vorträge vorbereitet, die von ihr, Demenzexpertin Sabrina Köhler, Pflegemanagerin Eva Konior und der Studentin der Pflegewissenschaft Mira Petry gehalten wurden.

 

Das Publikum, vorwiegend bestehend aus Pflegefachkräften, war überrascht als sie erfuhren, dass von 166 befragten Kollegen 85 % in ihrer Berufslaufbahn bereits Gewalterfahrungen machen mussten. 57% der Mitarbeiter sind der Meinung, dass Gewalterfahrungen gegenüber Pflegenden zum Pflegealltag dazu gehören.

 

Ebenso erschütternd war die Nachricht, dass 65% der anonym befragten Mitarbeiter bereits sexuellen Übergriffen – von anzüglichen Bemerkungen bis hin zu Belästigungen – ausgesetzt waren, das aber nur selten meldeten oder im Kollegium ansprachen. Gemeinsam wurde mit Personal Coach Anja Borchers, die u.a. viel fachmännisches Wissen zum und um das Thema Gewalt vermittelt, beim Panel Talk angeregt diskutiert und Anja Borchers brachte unterschiedliche Ideen ein, wie mit herausfordernden Situationen im Berufsalltag umgegangen werden könnte.

 

Am Ende des 2. Pflegetags des Verbundkrankenhauses Linz-Remagen zogen Organisatoren wie Teilnehmer das Resümee, dass „Gewalt IN und AN der Pflege“ ein höchst wichtiges und aktuelles Thema ist, dass dringend mehr Aufmerksamkeit bedarf. „Als wir Anfang des Jahres mit der Organisation der Veranstaltung gestartet sind, war uns schon bewusst, dass wir hiermit auch ein Tabu-Thema ansprechen. Aber diese positive Resonanz von allen Beteiligten, hat unsere Haltung mehr als bestätigt, dass es Zeit ist, diesen Raum zum Austausch zu eröffnen,“ fasste Manuela Ruhlandt zusammen.